
Wie auf diesem Bild sah der bei Ebay ersteigerte Powermac G3 Blue & White aus, als er von seiner Verpackung befreit war. Zugegeben etwas schmutziger, staubiger und verkratzter. Dennoch ist er deutlich schicker als die meisten Standard PC Gehäuse. Schnell war der Entschluß gefasst das Gerät nicht in die Sammlung exotischer Hardware zu stecken, sondern dem Hackintosh ein neues Zuhause zu geben.
Bestandsaufnahme
Dieser Umbau ist meine erste nennenswerte Modding Aktion. Nach dem vorsichtigen zerlegen des Powermac war klar: Hier passt so einiges nicht. Aus dem ganzen Plastik befreit sieht der Blue & White ganz schön nackt aus. In diesem Zustand ist es aber am einfachsten die nötigen Metallarbeiten vorzunehmen.
Erst einmal müssen neue Befestigungen für das Mainboard gebohrt und anschliessend im richtigen Abstand zur Metallplatte befestigt werden. Da die alten im Weg waren, wurden diese einfach mit einer Zange herausgebrochen (vorsichtig wackeln).

Auf der Metallplatte, welche das Mainboard trägt befindet sich zusätzlich der Verriegelungsmechanismus für die Gehäusetür. Die Löscher zum befestigen des Mainboards mussten auf dieses Kunststoffsteil übertragen werden. Die Löcher liessen sich einfach mit dem Dremel fräsen.

Nachdem das Mainboard endlich befestigt war (die neu gebohrten Löcher passten erstaunlich schlecht), konnte das nächste Problem angegangen werden. Im Powermac sitzt der Hauptspeicher waagerecht und relativ weit oben. In aktuellen PC Mainboards sitzt der RAM senkrecht und blockiert damit das optische Laufwerk. Nur wenn Laufwerk und Mainboard extrem kurz sind, besteht die Chance das alles passt. Das verwendete Mainboard ist ein Gigabyte GA-G31M-S2L, das mit etwa 19cm so ziemlich das schmalste (Mac OS kompatible) Board ist, dass ich auf die schnelle finden konnte. Das Laufwerk ist ein LG DVD-Brenner mit 16,5 cm. Der Schacht, welcher das Laufwerk aufnimmt wurde entsprechend auf die Länge des Laufwerks gekürzt.

Frühere Tests mit diesem Gehäuse (TODO: Insanelymac Threads verlinken) haben gezeigt, dass es einfach zu schlecht belüftet ist, um einen Core 2 Duo und brauchbare Grafikkarte zu kühlen. Da ich keine sichtbaren Öffnungen für Kühlung im Gehäuse haben wollte, blieb eigentlich nur die Möglichkeit die Luft von unten anzusaugen. Also wurde im vorderen Gehäusebereich ein Loch für einen 120mm Lüfter angebracht. Mangels vernünftigem Werkzeug wurde das ganze angerissen und kreisförmig viele Bohrungen platziert. Die Stege wurden dann mir dem Dremel durchtrennt, anschliessend kommt der Teil mit der Feile, Sandpapier, etc.


Das für das Projekt eingeplante Netzteil besitzt 80mm Lüfter auf der Vorder- und Rücksete. Also nicht wie die meisten ATX Netzteile einen großen an der Unterseite. Das hat den Vorteil, das dieses Netzteil richtig herum eingebaut werden kann.
TODO: PIC
Die originale Platine mit Power Knopf und LED wurde weiter verwendet. Allerdings musste das ganze neu verdrahtet werden. Hier gibt es noch ein paar Probleme. Wahrscheinlich ist es einfach für die Zukunft eine neue Platine zu erstellen.
Am Ende ist dabei also folgendes herausgekommen:
- G3 Blue & White Gehäuse
- 2x 120mm Lüfter (einen am Boden, der andere ist der originale)
- 480W Netzteil (Achtung, Lüfter nicht am Boden, sondern vorne und hinten)
- G31 Mainboard
- Core 2 Duo E4600
- 4GB Hauptspeicher
- Geforce 8600GT 256MB
- LG DVD Brenner (Der Knopf zum öffnen des Laufwerks funktioniert! Die Klappe für den Schacht funktioniert.)
- 500GB Seagate Festplatte (Musste wegen des zweiten Lüfters am hintersten Platz montiert werden.)
Die CPU Temperaturen unter Mac OS im idle Betrieb liegen bei 24°-25°C. Unter Vollast steigen sie nicht über 44°C.
Im zusammengebauten Zustand sieht das ganze dann folgendermassen aus. Von vorne nicht von einem original Powermac zu unterscheiden.

Unterseite: Zusätzliche Belüftung durch einen 120mm Lüfter.

Auf der Rückseite ist noch zu sehen, das die Anschlüsse nicht mit der Rückseite des Powermac Gehäuses kompatibel waren. Die Öffnung dient im Augenblick noch zur Belüftung.

Im offenen Zustand.

